Weiterbildungsziele des Diploma of Applied Permaculture Design

  • helfen bei der Selbsteinschätzung der eigenen Arbeit und beim Geben von Feedback
  • dienen als Kriterien, nach denen die Qualität der Arbeit der Weiterbildungs-Teilnehmenden eingeschätzt werden kann
  • helfen, das Berufsbild des/r Permakultur-Designers/in zu fassen
  • bieten Orientierung bei der Gestaltung der Weiterbildung

Die Permakultur-Weiterbildung bietet einen Rahmen, in dem sich Teilnehmende die Kompetenzen, das Wissen und die Fähigkeiten aneignen können, die ausgebildete Permakultur-Designer*innen auszeichnen.

Klar formulierte Weiterbildungsziele bieten Lehrenden wie Lernenden Orientierung bei der Gestaltung der Weiterbildung und der praktischen Umsetzung der Weiterbildungselemente. Sie helfen bei der Selbstreflexion und vermitteln nach außen Transparenz darüber, was Permakultur-Designer*innen wissen und können sollten.

Die Weiterbildungsziele dienen als Kriterien, anhand derer Teilnehmende und die Tutor*innen bei der Akkreditierung einschätzen können, ob die Arbeit einer/s Absolvent*in der angestrebten Qualität entspricht.

Gestaltungskompetenz

Unter Gestaltungskompetenz wird das Vermögen verstanden, Permakultur-Design souverän anwenden zu können. Es gliedert sich in drei Unterbereiche, die weiter unten beschrieben sind. Gelungene Permakultur-Gestaltung zeigt sich vor allem dadurch, dass über die Anwendung permakultureller Methoden bewusste und nachvollziehbare Entscheidungen für die Gestaltung eines Projektes getroffen wurden, die zu zukunftsfähigen Lösungen führen. Es ist daher nicht entscheidend, welche Elemente geplant wurden, sondern warum. Es sollte die Frage beantwortet werden, in welcher Verbindung die Elemente zum Gesamtsystem stehen und wie und warum diese das System nachhaltiger machen.

Gestaltungsprozesse

Von den Absolvent*innen der Weiterbildung wird erwartet, dass sie wissen, was ein Gestaltungsprozess ist und welche Strukturierungsmöglichkeiten von Gestaltungsprozessen es gibt (z.B. SADIM, OBREDIMET, BABDUR etc). Weiterhin sollten die Absolvent*innen in der Lage sein, Gestaltungsprozessmodelle entsprechend der Aufgabenstellung zu wählen, anzupassen und einzusetzen. Sie sollten in ihrer Auseinandersetzung mit den Designprojekten ein offenes, flexibles, kreatives und prozessorientiertes Verständnis von der Arbeit mit Gestaltungsprozessen entwickelt haben.

Gestaltungsmethoden

Unter dem Punkt Gestaltungsmethoden werden alle Methoden und Techniken zusammengefasst, die innerhalb eines Gestaltungsprozesses zum Einsatz kommen. Das können Beobachtungs-, Wahrnehmung-, Darstellungs-, Analyse-, Entwurfsmethoden etc. sein. Darunter fallen z.B. Landschaften lesen, Analyse durch Zufallsverbindung, Input-Output Analyse, Sektorierung und Zonierung, Data-Overlay und viele andere. Von den Absolvent*innen der Weiterbildung wird erwartet, dass sie sich ein ausreichendes Repertoire an Methoden erschlossen haben und diese souverän und den Aufgaben entsprechend einsetzen können. Des weiteren sollten die Absolvent*innen gelernt haben, innerhalb der Gestaltungsprozesse eine sinnvolle Abfolge von Methoden zu wählen und Methoden den Aufgaben entsprechend anzupassen bzw. neu zu entwickeln.

Integriertes Fachwissen

Integriertes Fachwissen bedeutet, dass die Absolvent*innen der Weiterbildung bei der Akkreditierung zeigen, dass sie ihren Projekten entsprechend ausreichendes Fachwissen entweder selbst erarbeitet haben, oder durch Fachexpert*innen hinzu geholt haben, um dieses in den Gestaltungsprozess einfließen lassen zu können und somit in der Lage sind, fundierte Entscheidungen zu treffen. Da Permakultur-Gestaltung in vielen verschiedenen Wirkungsfeldern eingesetzt werden kann, ist es nicht entscheidend, welches Fachwissen vorhanden ist, sondern dass das jeweils für die Projekte notwendige Wissen verfügbar ist.

Partizipationskompetenz

Permakultur-Designer*innen wissen, dass lebendige Systeme offen und flexibel sind und diese Betrachtungsweise besondere Fähigkeiten im Umgang mit ihnen verlangt. Ein*e Permakultur-Designer*in ist sich auch bewusst, dass er/sie durch die eigenen Eingriffe immer selbst Teil des Systems ist, das er/sie verändern möchte.

Ein besonderes Merkmal von Permakultur-Designer*innen ist es, sich in neuen Kontexten schnell selbst zurecht finden zu können, um sich entsprechend der eigenen Möglichkeiten einzubringen und aus einer teilnehmenden Haltung heraus positive Veränderungen zu gestalten. Unter Partizipationskompetenz ist alles Wissen zusammen gefasst, durch das sich der/die Permakultur-Designer*in als Teil des Systems versteht, sowie die Fähigkeiten, die einem/r Permakultur-Designer*in die nachhaltige und kreative Teilhabe an Systemen ermöglichen.

Praktisches Erfahrungswissen

Praktisches Erfahrungswissen entsteht aus praktischem Tun, das die Absolvent*innen durch ihre Projektdokumentationen reflektieren und evaluieren. Das können handwerkliche, technische oder auch kommunikative, moderierende Tätigkeiten sein. Praktisches Erfahrungswissen entsteht darüber hinaus auch aus selbstständigem Denken und Entwerfen, wenn die Entwürfe umgesetzt und die dabei gemachten Erfahrungen reflektiert werden.

Reflexionsvermögen

Reflexionsvermögen zeigt sich, wenn Absolvent*innen ihre eigene Rolle und damit ihre Teilhabe an Systemen als Mensch, Gestaltende, soziales Wesen, als Element der Welt etc. reflektieren, Schlüsse daraus ziehen und dieses Verständnis in ihre Arbeit als Permakultur-Designer*innen mit einbeziehen.

Prozessverständnis

Permakultur-Designer*innen zeigen ihr Prozessverständnis dadurch, dass sie offen, flexibel und kreativ mit zeitlichen und räumlichen Entwicklungen und Veränderungen umgehen können, die sowohl ihre Projekte, als auch sie selbst betreffen. Prozessverständnis zeigt sich durch das Einbeziehen von Sukzession in die Gestaltung und durch ein Vermögen zum Umdisponieren, zum Aufgeben von Lieblingsideen und festen Bildern, durch die Bereitschaft zum Lernen aus Erfahrung und zum Umlenken in festgefahrenen Situationen. Prozessverständnis umschreibt damit auch das Verständnis, dass in einer Welt, in der die Dinge aktiv aneinander teilhaben und in Beziehung zueinander stehen, statische Zustände ausgeschlossen sind..

Umsetzungsvermögen

Umsetzungsvermögen zeigen Absolvent*innen, wenn sie ihre Entwürfe auch praktisch umsetzen, sich die dazu jeweils erforderlichen praktischen Fähigkeiten aneignen und auf diese Weise ihren Entwurf durch die Realität evaluieren lassen. Umsetzungsvermögen bedeutet gleichzeitig, dass ein*e Permakultur Gestalter*in die Erkenntnisse, die er/sie aus der Permakultur zieht, in das eigene Leben übersetzt und nach ihnen und den ethischen Grundsätzen der Permakultur handelt.

Komm auf die Herbstakademie!

Gemeinsam lernen, austauschen und weiterdenken

Das Netzwerktreffen für alle, die mit der Weiterbildung verbunden sind. Jedes Jahr Mitte September.

  • Lerne Menschen aus der Weiterbildung persönlich kennen,
  • Erlebe Akkreditierungspräsentationen
  • finde Tutor*innen beim Tutee-Tutor*in-Speeddating
  • Tausch dich aus, vernetze dich und lernt gemeinsam weiter.