Komposternte aus der Wurmkiste

(Wurmkompost-Serie Teil III)

In dieser Artikel-Serie berichtet uns Judith Henning von ihren Erfahrungen mit Kompostwürmern und Wurmkisten. In Teil III geht es um die Ernte des fertigen Komposts.


Komposternte – wie bekomme ich die Würmer aus dem Humus?

Am Ende bleibt ein kleiner Haufen Humus mit sehr vielen Würmern drin übrig.

Diese Wurm-Wanderkiste ist vertikal durch ein Gitter geteilt. Gefüttert wird nur die rechte Hälfte, so wandern mit der Zeit die Würmer durch das Gitter nach rechts.

Nach frühestens 3-4 Monaten, oder wenn die Kiste zu ¾ voll mit Wurmhumus ist, kann man ernten. Wenn man im Winter angefangen hat, kann es auch ein halbes Jahr oder länger dauern, bis man zum ersten Mal ernten kann. Wenn du eine einfache Kiste gebaut hast, kannst du mit der Pyramidenmethode den Kompost aus der Kiste ernten. Dafür kippst du den Inhalt des Kastens auf eine Plane. Den Haufen auf der Plane formst du pyramidenartig.

Da Würmer Licht und Wärme meiden, ziehen sie sich in die unteren Schichten des Haufens zurück. Nun kannst du den angetrockneten oberen - von den Würmern verlassenen - Teil der Erdpyramide "abernten" und in einem Eimer sammeln. Dann formst du wieder eine Spitze aus dem verbleibenden Komposthaufen. Diesen Vorgang wiederholst du mehrmals, am Ende bleibt dann eine sehr kleine Pyramide übrig, mit sehr vielen Würmern unter einer dünnen Erdschicht. Die Würmer kannst du wieder in ihre alte Kiste zurückgegeben, die du wie in Schritt 4 beschrieben neu aufgebaut hast.

Würmer abwandern lassen

Wenn man längerfristig plant, kann man die Würmer auch in der Kiste schon "abwandern" lassen. Das funktioniert mit einer vertikalen Trennung in der Kiste oder mit einem Kistenstapel, wie er in dieser Bauanleitung vorgestellt wird. Der Trick ist, dass du dann 2-3 Monate vor deinem gewünschten Erntezeitpunkt nur noch die eine Seite der bzw. die oberste Kiste fütterst, um die Würmer aus dem restlichen Kompost herauszulocken. Die ausgewachsenen Würmer werden sich recht schnell zum Futter hinbewegen. Die relativ lange Wartezeit dient dazu, auch dem noch im Kokon befindlichen Nachwuchs die Chance zu geben, zu schlüpfen und zum Futter zu wandern.

In den dreistöckigen Kompostsystemen, in denen einzelne Kisten mit durchlöchertem Boden übereinander gestapelt sind, füttert man immer nur die oberste Kiste, stellt auf diese, wenn sie das erste Mal voll ist, eine der unteren, noch leeren Kisten und gibt dann in diese die Küchenabfälle. Durch den für die Würmer passierbaren Boden können diese nun nach oben zum frischen Futter wandern. Dazu sollte der Boden der oberen Kiste wirklich auf dem Material in der unteren Kiste aufsitzen, denn die Würmer neigen dazu, innerhalb der befüllten Kiste zu bleiben, sie werden nicht unbedingt die Wände hochkriechen, um in die obere Kiste zu gelangen. Wenn in diesem System alle drei Kisten einmal voll sind, nimmt man die unterste, das ist die zuerst befüllte, die dann - theoretisch - kompostiert und wurmfrei sein sollte. In der Praxis kann das anders aussehen, die Fotos zeigen die Ernte genau einer solchen untersten Kiste eines Dreier-Wurm-Turms.

Letztlich geht es bei der Ernte um die Massen und nicht nicht darum, jeden einzelnen Wurm aus dem Humus zu fischen, denn sie können auch im Beet oder im Balkonkasten überleben, damit sie dort nicht verhungern, und auch sowieso ist es gut, die Kästen, Töpfe oder Beete mit einer Schicht Grasschnitt o.Ä. zu mulchen.

Im abschließenden Artikel der Serie geht es darum, welche Kiste die richtige für dich ist und es gibt ein kleines FAQ, also eine Sammlung von Dingen, die mit der Wurmkiste passieren können, und was du dann am besten tust.

Hier geht es zu den anderen beiden Artikeln zum Thema Wurmkiste: Teil I "Wurmkompost – was ist das?" und Teil II "Kompost in der Wurmkiste aufbauen".

Bereits erschienen in: Kompostieren mit der Wurmkiste - Praktischer Ratgeber zum Kompostieren in der Stadt von Judith Henning.

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